Meine Erfahrungen mit dem Kletterschuh Scarpa Vapor V

Seit mehr als zwei Jahren bouldere und klettere ich mit dem Scarpa Vapor V – Zeit ein Fazit zu ziehen. Der Scarpa Vapor V ist wohl einer der Kletterschuhe, den ich in der Boulderhalle am häufigsten an den Füßen sehe. Ziemlich populär momentan – wenn auch mit abnehmender Beliebtheit, weil das Modell ja nun bereits einige Jahre auf dem Buckel hat und – nunja – keine Schönheit ist. Aber der Scarpa Vapor V ist einfach ein toller, bequemer Kletter- und Boulderschuh. Warum und wieso und wie meine Erfahrungen nach über zwei Jahren mit dem Scarpa Vapor V ausfallen, teile ich hier mit Euch.

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Der Scarpa Vapor V direkt nach dem Kauf – noch unverbraucht 🙂

Der Preis liegt leider im oberen Segment

Der Scarpa Vapor V ist mit regulär knapp 130 Euro kein besonders günstiger Schuh. Mein erstes Paar habe ich genau für diesen Preis im örtlichen Fachhandel bei Albatros in Essen gekauft. Das zweite Paar nun ein halbes Jahr später für rund 104 Euro auf Bergfreunde.de. Aber im Allgemeinen plädiere ich immer dafür Kletterschuhe vor Ort beim lokalen Händler zu kaufen. Der hält die Schuhe zum Anprobieren bereit und berät. Dann sind ein paar Euro mehr finde ich auch gerechtfertigt.

Scarpa Schuhe AG Vapor V Größe 41,5 lime fluo

Die Vorteile des Scarpa Vapor V

Der größte Vorteil dieses Schuhs ist aus meiner Sicht die unendlich bequeme Passform, was ich auch bereits von anderern Kletterern mit dem gleichen Schuh gehört habe. Der Scarpa Vapor V hat einen sehr geringen Vorspann und ein breites Zehenbett. Außerdem weitet sich der Schuh mit der Zeit deutlich – daher lieber eine Nummer kleiner kaufen! Die mittel harte Sohle vom Typ Vibram XSGrip 2 gibt sowohl beim Antreten von kleinen Tritten und beim Treten auf Reibung auf der Platte genug Grip – egal ob auf den Zehenspitzen oder an den Innenseiten. Ein High-Performance Kletterschuh ist er damit allerdings noch lange nicht. Dafür überzeugt mich der Schuh mit seiner wirklich guten Verarbeitungsqualität. Ich trage den Schuh seit zwei Jahren mindestens einmal die Woche und habe ihn bereits mehrfach in der Waschmaschine gewaschen sowie mehrfach besohlen lassen (Tipp für Neubesohlung von Kletterschuhen: http://www.derschuhmacher.de/). Und trotzdem sind alle Nähte noch fest und alles in Form. Langlebigkeit ist also garantiert – und das auch ohne große Pflege. Am besten eignet sich der Schuh aus meiner Sicht als bequemer Zweitschuh beim Bouldern oder als Hauptschuh beim Klettern im mittleren Schwierigkeitsgrad.

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Links: Nach mehreren Monaten ist die Sohle runter. Rechts: Noch frisch und unverbraucht.

Die Nachteile des Scarpa Vapor V

Wie bereits geschrieben: Ich bin aktuell dazu übergegangen den Scarpa Vapor V nur noch als Zweitschuh zu nutzen – immer dann, wenn mir meine Ocun Oxi zu eng werden und meine Füße mal Freiraum brauchen. Denn der Scarpa bietet durch den kaum vorhandenen Vorspann weniger Trittsicherheit als der Ocun. Ein weiterer großer Nachteil sind die zwei Klettverschlüsse sowie der Gummi auf der Oberseite des Schuhs. Beim Toehooken behindern die Velcros mich extrem und der Gummi auf der Oberseite ist so hart und schlecht angebracht, dass Toehooks eher wegrutschen als mit anderen Schuhen und ich schlechter Spannung aufbauen kann. Außerdem ist in der Ferse immer etwas Luft, da dort das Material eine Wölbung aufweist. Das führt bei mir dazu, dass beim Heelhook der Schuh zwar fest sitzt aber ich immer das Gefühl habe er rutscht mir gleich vom Ballen. Naja, und es gibt einen weiteren Minuspunkt für das wirklich hässliche Design des Scarpa Vapor V – klar, sowas spielt eine untergeordnete Rolle. Aber die Schuhe gehören mittlerweile zur Sorte der hässlichen Entlein.

Ocun Oxi S Größe UK 9,5 basic

Mein Fazit zu diesem Schuh

Kauft ihn Euch, wenn ihr einen bequemen Kletterschuh im einfachen bis mittleren Schwierigkeitsgrad sucht. Kauft ihn Euch, wenn ihr einen Schuh sucht, der lange hält. Kauft ihn Euch, wenn ihr mit dem unschönen Design klar kommt.

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Schuh? Lasst mir unten einen Kommentar da!

Mehr zu Kletterschuhen hier.

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Meine Erfahrungen mit dem Bergfreunde-Crashpad Ocun Paddy

Das Crashpad-Modell Paddy der Marke Ocun in der Bergfreunde.de-Version ist in heimischen Bouldergebieten eines der von mir am häufigsten gesichteten Crashpads. Ich selbst besitze bereits zwei Exemplare des Ocun-Paddy in den Farben Rot (Sundance) und Schwarz (Kava V2). Aber wie gut ist das Bergfreunde-Crashpad von Ocun eigentlich?

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Das rote Modell habe ich vor rund einem Jahr bei Bergfreunde für knapp unter 100 Euro erstanden – beim zweiten Modell im April 2016 habe ich bereits etwas mehr als 112 Euro ausgeben müssen. Trotzdem sind beides tolle Preise – da stört mich persönlich auch der prominente Bergfreunde-Schriftzug nicht. Immerhin kostet das gleiche Modell Paddy Sundance von Ocun bei Amazon gleich 149 Euro – ein deutlicher Preisunterschied.

Ocun Paddy Sundance Crashpad bei Amazon.de kaufen

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Meine Erfahrungen mit dem Kletterschuh Simond Vuarde Tech Green

Seit rund vier Monaten bouldere ich jetzt zweimal wöchentlich mit dem Kletterschuh Simond Vuarde Tech Green von Decathlon. Ein Kletterschuh im absoluten Billigsegment für weniger als 50 Euro. Kann dieser Discount-Kletterschuh mit den Markenschuhen von Scarpa, Red Chilli oder La Sportiva mithalten? Decathlon selbst beschreibt den Schuh als „für technisch anspruchsvolles Klettern mit kleinen Tritten an der Kletterwand“ geeignet. Also nicht nur was für Anfänger. Aber ist das so? Ich habe meine Erfahrungen mit dem Simond Vuarde Tech Green für Euch zusammengefasst und einige Vorher-Nachher-Fotos hochgeladen.

Simond Vuarde Tech Green Velcro vor dem ersten Klettern
Simond Vuarde Tech Green Velcro vor dem ersten Klettern

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Welches ist das beste Chalk zum Bouldern in der Halle?

Welche Chalk-Art ist die beste zum Bouldern in der Halle? Mit der Frage beschäftigt sich jeder Boulder-Einsteiger relativ schnell nach kurzer Zeit. Die Kletterforen und Bouldergruppen auf Facebook sind voll mit Diskussionen rund um das weiße Zeug für mehr Grip an der Wand. Ich persönlich bouldere jetzt schon länger mit Chalk in Pulverform. Allerdings habe ich bereits alle Chalk-Arten einmal durchprobiert – einfach, um für mich das beste Material zu finden. Generell gibt es Kletterchalk vier Varianten: Als Chalkball, in Pulverform, als Liquid Chalk oder als Chalk-Block beziehungsweise Chalk-Würfel.

Hier kommt das Magnesia als Ball oder Pulver rein: Der Chalkbag.
Hier kommt das Magnesia als Ball oder Pulver rein: Der Chalkbag.

Was ist eigentlich Chalk und woraus besteht es?

Chalk ist erst einmal nur der englische Begriff für Kreide oder Kreidestein. Unser Kletterchalk besteht meistens aus weißem Magnesiumcarbonat (MgCO³), welches die beim Schwitzen an den Händen entstehende Feuchtigkeit gut aufnimmt. Das flüssige Chalk ist dabei oft in Alkohol suspendiert, damit es dosierbar bleibt. Kaufen könnt ihr Kletterchalk entweder im Klettershop, direkt in den meisten Boulder- und Kletterhallen oder in großen Sportgeschäften wie Decathlon. Bei letzterem kaufe ich seit vielen Monaten mein Chalk – schlicht und einfach, weil dort die Preise ein Drittel unter dem Chalk aus der Boulderhalle liegen. Natürlich gibt es jetzt Chalk-Philosophen, die meinen, dass es da riesige Unterschiede gibt zwischen Billig-Chalk aus dem Decathlon und Premium-Chalk der Markenhersteller. Wie auch immer. Ich stelle hier nur kleine Unterschiede fest.

Vier Chalk-Arten: Pulver, Chalkball, Liquid Chalk und Chalk-Würfel
Vier Chalk-Arten: Pulver, Chalkball, Liquid Chalk und Chalk-Würfel

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Bruno ist da – und ich bin begeistert!

Nur zwei Tage hat es gedauert von der Bestellung bei Schwarz Klettersport bis zur Übergabe durch den Paketboten. Endlich halte ich den fluschigen Chalkbag Bruno von 8BPLUS in meinen Händen. Und das Ding ist wirklich so kuschelig weich wie im Internet beschrieben. Und der Preis ging mit etwas über 26 Euro inklusive Versand auch in Ordnung.

8bplus Chalkbag 8b+ inkl. Bauchgurt, Tasche und Karabiner, Design:Bruno

Chalkbag Bruno von 8BPLUS
Chalkbag Bruno von 8BPLUS

Jetzt gibt es nur ein „Problem“: Ich will gar kein Chalk reinpacken 😀 Aber ich hab auch gehört, dass Bruno am liebsten Chalk isst. Verhungern lassen werd ich ihn nun auch nicht. Spätestens am Wochenende ist er fällig!

#EatMoreChalk

Ein neuer Chalkbag von 8BPLUS

Mein aktueller Chalkbag ist komplett eingesifft und schon einige Jahre alt. Eigentlich ist mir das Aussehen des Chalkbag auch total egal. Eigentlich. Denn ich seh immer häufiger diese niedlichen Chalkbags von 8BPLUS. Im Düsseldorfer Citymonkey steht seit Wochen so ein knuffiger, roter, flauschiger Chalkbag namens Bruno rum.

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Bruno (links im Bild) kostet 24,95.- Euro im Onlineversand plus Versandkosten. Ich glaube ich versuche es, ich kaufe ihn (!) – auch wenn ich seinen großen Buddy, den Boulderbag noch knuffiger finde. Aber der ist exorbitant teuer und irgendwie auch etwas unpraktisch.

Sobald Bruno bei mir zuhause ankommt, poste ich ein paar Fotos.

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Meine Erfahrungen mit dem Kletterschuh Red Chili Spirit

Die Auswahl des perfekten Boulderschuhs ist schwerer als die Auswahl eines perfekt sitzenden Anzugs – das ist jedenfalls meine Erfahrung mit dem letzten Schuhkauf. Nach wochenlanger Suche habe ich mir vor rund zwei Monaten die Red Chili Spirit Lady Velcro zugelegt – ein Kletterschuh für Frauen als Mann! Meine Erfahrungen teile ich hier mit Euch.

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Meine Red Chili Spirit Lady VCR – ungeputzt und ungeschönt

Warum trage ich als Mann eigentlich einen Damenschuh beim Bouldern? Die Antwort ist ganz einfach: weil er mir perfekt passt. Der Schuh ist schmaler als der Herrenschuh Red Chili Spirit VCR und passt sich somit besser an meine eher schmalen Füße in Größe 41 an. Beim gleichen Modell für Herren hatte ich immer wieder das Problem, dass die Velcros am Spann nicht weit genug zu gingen und somit immer Spiel zwischen Schuh und Spann war. Eigentlich hatte ich mir für den Schuhkauf ein Limit von 90 Euro gesetzt, was ich natürlich vergessen konnte. Für die Red Chili Spirit Lady VCR habe ich 109,95 Euro bezahlt – ein hoher Preis. Bei Amazon bekommt ihr den Schuh jetzt aber bereits ab 106,86 Euro!

Red Chili Spirit Lady VCR Größe UK 6,5 gelb – blau

Aus meiner Sicht zu hoch für die gebotene Qualität.

Red Chili Spirit Lady VCR
Die Schuhe von oben – drei Velcros von links nach rechts sorgen für den richtigen Halt.

Die Schuhe habe ich zu guter Letzt im stationären Fachhandel – bei Sack & Pack in Düsseldorf – gekauft. Zuvor habe ich zwei Paar Schuhe im Onlineshop von Bergfreunde.de bestellt. Die Modelle haben mir weder von der Passform als auch von der Größe her gepasst, also ging es per Post zurück. Danach habe ich alle Sportläden in Essen abgelaufen: Bei SportScheck gibt es nur ein beschränktes Angebot an Kletterschuhen, die auch eher zum Toprope-Klettern geeignet sind und keinerlei Spann haben. Danach ging es zu Decathlon, die sowohl ihre Eigenmarke Simond als auch La Sportiva führen. Aber auch hier ist die Auswahl an Modellen eher gering und bis auf La Sportiva ist das Material auch eher für Anfänger geeignet. Mein Weg führte mich weiter in den Kletterladen Albatros Essen, die ebenfalls keine geeignete Auswahl an Boulderschuhen haben.

Was für Ansprüche hatte ich an die Schuhe? Jeder Schuh ist anders, genau wie jeder Fuß. Für mich persönlich sollte es ein Schuh sein, der es mir erlaubt auch auf kleinen Tritten einen guten Halt in den Zehen zu finden. Zudem sollte der Schuh eng anliegen aber nicht schmerzen. Einen Slipper und einen Schnürschuh habe ich bereits vorher ausgeschlossen. Ein Velcro sollte es sein, aber idealerweise einer mit Klettverschlüssen in gegenläufige Richtung für den perfekten Halt. Außerdem hatte ich mir ein Limit von 90 Euro gesetzt. Das Material des Schuhs sollte für mich mit viel Gummierung umgeben sein, um beim Toe Hook keine Schmerzen zu haben und nicht abzurutschen. Was auf jeden Fall klar ist: Der Red Chili Spirit ist kein High Performance Kletterschuh. Der Schuh eignet sich eher für Einsteiger und Kletterer, die länger dabei sind aber einen bequemen Schuh suchen.

Wie schlägt sich der Red Chili Spirit Lady VCR im Boulderalltag? Ich habe den Schuh nun rund 15 Mal getragen seit dem Kauf. Mein Fazit: Die Sohle ist perfekt, denn sie liefert genügend Grip auf kleinen Tritten und hat einen vergleichsweise Spitzen Vorderfuß. Auch das Hooken läuft super und der Schuh sitzt eng an. Ebenfalls positiv finde ich, dass der Schuh kaum stinkt. Die beiden größten Mankos sind dagegen: Nach rund eineinhalb Stunden Tragezeit fühlt sich mein großer Zeh eingequetscht und ich muss die Schuhe erstmal für ein paar Minuten ausziehen. Ein weiterer Nachteil – und den beobachte ich gerade mit Argusaugen – ist, dass sich bereits nach 15 Mal tragen an zwei Stellen die Gummisohle vom Ledermaterial löst. Noch sind es kleine Stellen, aber die Verarbeitung war hier bei meinen alten Elliot-Schuhen um Längen besser. Bei der Preisklasse des Red Chili sollte man eigentlich von einer guten Verarbeitung ausgehen.

Was sind die Schwachpunkte des Red Chili Spirit Lady VCR? An dem Schuh habe ich wenig auszusetzen, außer dass durch Heelhooks sich die Gummisohle relativ schnell abgelöst hat und dadurch einerseits unschöne Ecken abstanden und ich andererseits natürlich keinen sicheren Halt beim Hooken mehr habe. Hier sind die Schuhe wirklich mies verarbeitet. Auch an den Klettverschlüssen hingen relativ schnell kleine schwarze Fäden runter, die ich immer wieder abschneiden musste.

Hier noch ein paar Adressen, wo ihr den Schuh bestellen könnt:

Globetrotter

Bergzeit.de

SportScheck

Zudem gibt es hier eine tolle Seite für Tipps rund um Kletterschuhe. Kletterschuhe-finder.de. Und ihr könnt natürlich auch meinen Erfahrungsbericht zum Kletterschuh Simond Vuarde Tech von Decathlon nachlesen.