Erfahrungsbericht Boulderhalle Boulderplanet in Köln

Nachdem mein Erfahrungsbericht zum Kölner Stuntwerk schon mehr als ein Jahr her ist und sich immer noch hoher Popularität genießt, war es Zeit für einen Erfahrungsbericht zum zweiten Kölner Boulder-Hotspot – dem Boulderplanet. Wir haben uns einen ganzen Nachmittag Zeit genommen den Boulderplanet zu erkunden. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich dort vorher nie bouldern war. Meine Erwartungen waren niedrig, weil ich bisher wenig über den Boulderplanet gehört habe. Aber alle Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Eine richtig geile Boulderhalle!

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Der Boulderplanet bietet 1.400 Quadratmeter Boulderfläche und ist innen angenehm hell

Kurz zu den Eckdaten meines Besuchs: Sonntag Nachmittag, strahlend blauer Himmel, 28 Grad und das erste Mal meine neuen Scarpa Vapor V dabei. Außerdem die Badehose im Gepäck. Denn auf der Webseite des Boulderplanet hatte ich was von einem Pool im Außenbereich gelesen. Perfekt! Also rein ins Auto und von Essen nach Köln gedüst.

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Der Eingangsbereich des Boulderplanet in der Oskar-Jäger-Straße 143H

Der Boulderplanet befindet sich etwas versteckt in einem kleinen Gewerbegebiet in der Oskar-Jäger-Straße 143H, gleich neben einer Jet-Tankstelle. Hinweisschilder weisen den Weg zur Halle. Einen Parkplatz zu finden war ebenfalls am Sonntag Nachmittag gar kein Problem. Zeit war genug, denn die Halle hat zwischen Montag und Samstag von 10 bis 23 Uhr und Sonntag bis 22 Uhr geöffnet.

Der Eingangsbereich macht einen freundlichen Eindruck und verfügt über einen großen Café-Bereich sowie einen kleinen Shop. Wie in vielen anderen Boulderhallen meldet ihr Euch bei Eurem ersten Besuch im Boulderplanet an einem PC-Terminal an, hinterlegt Adressen und alle anderen Daten und erhaltet am Ende an der Kasse wie fast überall eine Chipkarte – wo ich mit diesen ganzen Boulderhallen-Karten noch hin soll, weiß ich nicht mehr. Dann dürft ihr bezahlen. Da hab ich dann eigentlich das einzige Mal etwas geschluckt, denn ohne Ermäßigung legt ihr auch hier 11,50 Euro auf den Tisch. Leider mittlerweile Standard in den großen Kölner Hallen sowie auch in der neuen Neoliet Boulderbar in Bochum. Bouldern ist halt kein Sport für arme Schlucker mehr.

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Im Hintergrund ist das Café des Boulderplanet am Eingangsbereich zu sehen

Hoher Eintrittspreis hin oder her: die Halle ist ihr Geld auf jeden Fall wert. Denn neben den 1.400 Quadratmetern Boulderfläche (Angaben der Betreiber auf der Webseite) gibt es einen Außenbereich mit einem Block von weiteren 100 Quadratmetern Boulderfläche. Dazu kommt noch ein Kinderbereich, den ich mir nicht weiter angesehen habe, der allerdings gut abgetrennt ist und somit die Kleinkinder von der großen Matte fernhält. Weiterhin verfügt der Boulderplanet über ziemlich viel Boulder-Luxus wie großzügige Umkleiden, frisch renovierte Duschen, abschließbare Spinde, knusprige Pizza, einen regenfesten Raucherbereich, einen kleinen Kinder-Sandkasten und eine Menge Spielzeug im Trainingsbereich. Und als Sahnehäubchen obendrauf einen tollen Highball-Block.

Nachdem wir uns mit den Schwierigkeitsgraden des Boulderplanet vertraut gemacht haben – hiervon gibt es sieben Schwierigkeitsgrade plus die Farbe Lila, die irgendwie alles querbeet ist.

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Auf der großen Matte gibt es zahlreiche Sitzgelegenheiten – eine coole Sache
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Kaum zu übersehen: Im Boulderplanet ist Blau die Grundfarbe der Wände

Aber wie sind die Boulder geschraubt? Vielfältig! Es ist alles dabei: Leisten, Sloper, Elemente, Balance-Akte, zum Stemmen, zum Zehen, No-Hands, im Überhang, ohne Überhang, kurze Boulderprobleme und extra lange Boulderprobleme. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es weniger dynamische Probleme sind als zum Beispiel beim Stuntwerk auf der anderen Rheinseite. Viele Routen der roten Kategorie ließen sich statisch und mit viel Kraft locker lösen. Im Allgemeinen gibt es sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene und für Experten ausreichend Boulderprobleme zu lösen. Was mir persönlich immer gefällt: Wenn sich Boulder nicht auf den ersten Blick erschließen und wenigstens für ein paar Versuche ein Rätsel bleiben. Und von dieser Sorte gibt es im Boulderplanet auf jeden Fall ausreichend. Dazu kommen eine Wettkampfwand außerhalb der regulären Wertung sowie zahlreiche Probleme  der Kölner Boulderliga.

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Alle Boulder sind Absprung-Boulder. Das heißt, ihr steigt nicht oben aus

Der Highball war eines meiner Highlights in der Halle. In welcher Halle kann man sonst nochmal locker ein bis eineinhalb Meter Wandhöhe drauf setzen? Am Highball gibt es zwei gute Hände voll Routen im mittelschweren bis sehr schweren Grad.

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Highball im Boulderplanet – eine tolle Idee
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Die lilane Route am High-Ball mit zahlreichen Slopern aber gut machbar: Durchziehen!

Obwohl wir an einem relativ warmen Sommertag im Boulderplanet waren und die Halle auch helle Dachfenster hat auf breiter Front, waren Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Halle angenehmer als in den meisten anderen Boulderhallen. Zudem ist es relativ sauber. Das heißt, Gummistaub auf den Matten gibt es nur wenig und die meisten Griffe sind weder schmockig noch rutschig – bis auf kleine Ausnahmen im schwarzen Grad.

Ein großes Lob verdient der vielfältige Trainingsbereich, der zwar in drei Abschnitten organisiert ist (Trainingswand, Campusboard, Workout-Area), aber dafür jede Menge Abwechslung bietet, um Arm- und Fingerkraft sowie die Körpermitte zu trainieren. Im Workout-Bereich habt ihr nicht nur Klimmzugstangen, Bänke, Sprungseile sondern auch Gewichte oder Faszienrollen zur Verfügung.

Wenn ihr in der Halle mit dem Bouldern durch seid, dann geht es draußen weiter! Ja, der Boulderplanet hat einen tollen Außenbereich inklusive 100 Quadratmeter Boulderfläche am Außenblock. Also fast wie in Fontainebleau. Gleich neben dem Block findet ihr einen kleinen Pool aus Regenwasser, einen Strandkorb, Biergarten, Sonnenliegen und einen kleinen Kinderspielplatz. Well done, Boulderplanet!

Auf eine Besonderheit will ich noch hinweisen: Wenn ihr Liebhaber nostalgischer Rennräder aus dem 20. Jahrhundert sein, dann schaut Euch auf jeden Fall die Rennrad-Galerie im Gang rechts des Eingangs an. Sehr lohnenswert!

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Boulderplanet? Lasst gerne einen Kommentar da!

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2 Gedanken zu “Erfahrungsbericht Boulderhalle Boulderplanet in Köln

  1. Sehr gute Beschreibung. 🙂

    Ich mag die Halle sehr. Vor allem ist sie schön weitläufig. Auch wenn es richtig voll war, ich hatte nie das Gefühl, ich müsste anstehen oder mich dazwischendrängeln, es gibt genug Wände mit Variationen in jeder Hinsicht: Schwierigkeit, Wandform und -höhe, sehr unterschiedliche Problemstellungen…

    Ein weiterer großer Vorteil für mich: die Schwierigkeitsgrade sind hier recht fließend. In anderen Hallen renne ich ohne jegliche Anstrengung alle Boulder einer Farbe hoch, verzweifle aber an der nächsthöheren Stufe, ohne das Gefühl zu haben, ich könnte das Geforderte jemals irgendwie körperlich leisten. Im Planeten finde ich immer etwas, das schwer, aber machbar aussieht.

    Und ja, die Boulder sind definitiv wesentlich statischer als im Stuntwerk. Was ich aber nicht für eine Besonderheit des Boulderplanenten, sondern eher für eine des Stuntwerks halten würde: diese Halle ist einfach extrem parcour-, hüpf- und rumschwinglastig. Das gehört zu ihrer Philosophie.

    Die Preise sind inzwischen einfach eklig geworden. Ich meine mich dunkel zu erinnern, ein Boulderabend hätte vor gar nicht so vielen Jahren noch eher 5 Euro gekostet als 10. Inzwischen kostet es überall in Köln um die 12, wenn man nicht irgendeine Form von Abo, Early Bird, Zehnerkarte oder Kurztrip wählt. Und auch dann ist es nicht wirklich „günstig“.

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    1. Danke für deine Eindrücke. Gebe Dir da Recht – vor allem was die Schwierigkeitsgrade angeht. In der Tat hatte ich auch das Gefühl, dass es sehr fließende Übergänge gibt. Für mich war es nicht der letzte Besuch 🙂

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