Der Yosemite National-Park – unser Trip in den unglaublichen Jurassic Park der USA

Dieser Blogbeitrag ist zwar etwas Offtopic, da es nicht direkt ums Bouldern geht. Felsen, Berge und Blöcke kommen aber trotzdem drin vor. Es geht um den Yosemite National-Park. Wenn es auf der Welt einen Ort gibt, der mich an Jurassic Park erinnert, dann ist es dieser wunderschöne Park im Westen der USA. Eine atemberaubende Kulisse voller massiver Granitberge, tiefblauer Bergseen, reißender Bäche, riesiger Wasserfälle und saftig grüner Wälder. Was gibt es Schöneres?

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Blick auf Yosemite Valley mit dem Wahrzeichen Half Dome rechts
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Willkommen im wohl bekanntesten National-Park der USA – dem Yosemite

Im Rahmen unserer Reise in den Westen der USA haben wir im Juli 2016 zwei Tage im Yosemite National-Park verbracht. Ein Standard auf jeder Reise an die Westküste und nach Kalifornien. Im Juli ist dort Hochsaison, was bedeutet, dass es dort richtig (!) voll ist. Amerikaner, Mexikaner, Kanadier, Chinesen, Franzosen und auch eine große Zahl von Touristen aus Deutschland ist zu dieser Jahreszeit im Park unterwegs. Vor allem die Hotspots aus den Reiseführern sind dann spätestens ab 11 Uhr stark frequentiert. Das heißt, früh aufstehen! Unseren Campingplatz Aspen Campground, der sich in Richtung Lee Vining befindet, haben wir daher pünktlich um 7 Uhr morgens verlassen. Von dort sind es in etwa 90 Minuten Fahrt bis Yosemite Valley – die zahlreichen Stopps zwecks Fotos am Tioga Pass eingerechnet.

Yosemite Sequoia & Kings Can Nat Parks (Lonely Planet Yosemite, Sequoia & Kings Canyon National Parks)

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Der Aspen Campground kostet nur 14 USD, bietet nur Wasser und Toiletten und ist ruhig gelegen an der Poole Power Plant Road, Lee Vining, CA 93541, direkt am Lee Vining Creek
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Blick aus Rund 3.000 Meter Höhe in Richtung Half Dome vom Tioga Pass aus

Während hoch oben am Tioga Pass – wo sich übrigens auch das Bouldergebiet im Yosemite National-Park befindet – noch Ruhe vorherrscht, geht es bereits um 9 Uhr morgens im Yosemite Valley heiß her. Auf doppelspurigen Straßen und Großparkplätzen wimmelt es von PKWs, Pick-Ups, Campern und Reisebussen. Dazu kommen zahlreiche Campgrounds, Restaurants, Cafés, Supermärkte und das Visitor Center. Was das mit einem National-Park und dem Schutz der Natur zu tun haben soll, ist schwer nachzuvollziehen. Allerdings gehörten wir ja genauso zu den Touristen dazu wie alle anderen. Also Auto am Rand des Dorfes Yosemite Valley auf dem Großparkplatz abgestellt, den Supermarkt geplündert und rein in den Shuttle-Bus in Richtung Happy Isles. Unser Ziel:  die 181 Meter hohen Nevada Falls.

Von Happy Isles geht es bei rund 25 Grad am Morgen erstmal gemütlich bergan am Merced River in Richtung Vernal Falls. Dieser Teil des Wanderwegs ist ziemlich überlaufen. Hier quälen sich alle hoch: dick, dünn, alt und jung. Wir also im guten deutschen Wandertempo an den meisten Parkbesuchern vorbei. Nach rund 30 Minuten erreichen wir die erste Brücke mit Blick auf die Vernal Falls.

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Der Weg zu den Vernal Falls gibt immer wieder den Blick auf den Merced River frei und spendet Kühle

Nach dem Erreichen des Fußes der 97 Meter hohen Vernal Falls geht es dann richtig zur Sache: Über locker 200 teilweise kniehoche und schweißtreibende Stufen geht es zur Oberkante der Vernal Falls. Ein anstrengender Aufstieg, der aber permanent mit tollen Ausblicken auf den Wasserfall entlohnt wird.

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Die Wassertropfen der Vernal Falls brechen das Licht in Regenbogenfarben
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Die 97 Meter hohen Vernal Falls gehören zu einem der Highlights im Yosemite National-Park

Nach kurzer Rast an den Vernal Falls geht es weiter steil bergauf, immer dem Merced River folgend in Richtung Nevada Falls. Schon von Weitem sehen wir diesen Wasserfall, der gleich nochmal doppelt so hoch ist wie die Vernal Falls. Ein tolles Spektakel der Natur. Und meine Bedenken, dass die Wasserfälle Mitte Juli ausgetrocknet sein könnten, bestätigen sich nicht.

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Die Nevada Falls sind 181 Meter hoch und auch im Juli gibt es genug Wasser im Fluß
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Wer liebt das nicht – in Pose vor so einem schönen Wasserfall!

Auf dem Plateau am Gipfel der Nevada Falls werden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Im Rücken den 2.158 Meter hohen Liberty Cap und uns zu Füßen die ins Tal stürzenden Fluten des Merced River sowie eine grandiose Aussicht in Richtung Yosemite Valley. Bis hierhin waren wir rund 2,5 Stunden unterwegs. Zeit, die aufgehitzten Füße in das eiskalte Gebirgsflüßchen zu hängen.

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Bouldern vor dem 2.158 Meter hohen Liberty Cap
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Blick vom Gipfel der Nevada Falls ins Tal

Nachdem wir unsere Batterien aufgeladen haben, geht es über den Winter Trail zurück ins Tal. Der Rückweg bergab kommt uns anstrengender vor als der teils steile Aufstieg. Die Wege sind erodiert und ausgewaschen sowie an vielen Stellen immer wieder extrem rutschig. Außerdem sind unsere Laufschuhe sicher nicht das perfekte Equipment für staubige Bergwege, aber Gepäck ist nun mal Gepäck. Also haben wir keine klobigen Wanderschuhe dabei.

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Von links nach rechts ein toller Ausblick: Mt Broderick (2.041 Meter), Liberty Cap (2.158 Meter) und die Nevada Falls

Nach unserer Ankunft im Yosemite Valley waren rund 4,5 Stunden seit dem Aufstieg vergangen. Ausreichend Zeit, um trotz 30 Grad und knalliger Sonne noch zu den Horsetail Falls zu wandern – zumindestens bis zum untersten. Laut dem Wegeplan des Yosemite Parks ist das einer der am einfachsten zu erreichenden Punkte. Und das haben wir schnell gemerkt. Nach nur knapp 20 Minuten stehen wir vor dem Horsetail Fall, der insgesamt 650 Meter hoch ist. Ein majestätisches Schauspiel der Natur.

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Blick auf den Horsetail Fall

Der Anblick des Horsetail Fall lohnt auf jeden Fall den kurzen Abstecher und ich bekomme Lust am liebsten bis zum Gipfel des Horsetail Fall zu wandern – leider dauert das hin und zurück rund 4 Stunden, die wir an diesem Tag nicht mehr haben. Und außerdem sind bei der Hitze zwei Aufstiege nicht drin. Daher ziehen wir weiter zum nächsten freien Campingplatz, dem KOA Yosemite West in Midpines am Highway 140 in Richtung Mariposa – eine gute Stunde Autofahrt, die wieder mit tollen Aussichten belohnt wird. Der KOA Yosemite West ist zwar ein paar Kilometer vom Yosemite Valley entfernt, dafür aber viel ruhiger als die Disneyland-ähnlichen Campgrounds mit kleinen Parzellen im Valley. Außerdem verfügt der KOA über einen Pool und einen guten Supermarkt. Nach einem heißen Wandertag finde ich einen kühlen Pool und ein frisches Bier ziemlich attraktiv.

Moon California Camping: The Complete Guide to More Than 1,400 Tent and RV Campgrounds (Moon Outdoors)

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Der Yosemite in der Abendsonne

Am kommenden Morgen geht es wiederum früh morgens los. Das Frühstücksproblem lösen wir an diesem Morgen mit unserem Vorrat an Cliff-Bars. Mit dem amerikanischen Breakfast können wir nach zwei Wochen Reise nicht mehr viel anfangen. An diesem Tag haben wir den Panorama Trail von Glacier Point bis Illiliouette Falls geplant. Rund 1,5 Stunden pro Wegstrecke. Eigentlich relativ easy, denn am Nachmittag soll es noch weiter in Richtung Pazifik gehen.

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Der Panorama Trail vom Glacier Point in Richtung Nevada Falls ist unübertroffen

Für den Glacier Point nehmen wir uns rund eine halbe Stunde Zeit, genießen die Sonne und die atemberaubende Aussicht auf diese urzeitliche Landschaft mit ihren Granitgipfeln und Wasserfällen. So schön die Aussicht ist, so anstrengend sind die Bustouristen-Massen, die wir auf dem Panorama Trail schnell hinter uns lassen. Hier ist es ruhig und der Trail geht erst seicht und dann steiler bergab – leider sind auf diesem Wegstück in den vergangenen Jahren viele Bäume Waldbränden zum Opfer gefallen und so laufen wir bei rund 30 Grad auf über 2.000 Meter in der prallen Sonne. Die rund drei Liter Wasser im Gepäck sind da schnell aufgebraucht.

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Die Wege des Panorama Trail verlaufen oft in praller Sonne
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Die Illilouette Falls sind lange nicht so spektakulär wie die anderen Wasserfälle im Park, aber ihr Oberlauf bietet Abkühlung
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Der Blick vom Panorama Trail auf den Half Dome und das Valley

Von den Illilouette Falls geht es für uns wieder zurück zum Glacier Point. Das bedeutet, rund 1,5 Stunden in praller Sonne bergauf. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wären wir lieber den Panorama Trail weiter bis zu den Nevada Falls gewandert, um von dort ins Valley abzusteigen. Aber der Yosemite rennt ja nicht weg und einmal ist auch bekanntlich keinmal. Außerdem steht noch das Bouldern im Yosemite aus – einem der Top-Bouldergebiete der ganzen USA. Und zu guter Letzt steht die Sichtung eines waschechten Braunbären aus. Yosemite wir sehen uns wieder!

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