Erfahrungsbericht Boulderhalle Bergwerk Dortmund

Seit etwas mehr als einem Jahr hat das östliche Ruhrgebiet einen wirklichen Hingucker für alle Boulderfreaks. In der Kletterhalle Bergwerk gibt es jetzt den größten Boulderbereich in der ganzen Region zwischen Dortmund und Düsseldorf. Alle paar Wochen verbringe ich dort ein paar Boulderstunden. Die Pros und Cons zur Boulderhalle im Bergwerk findet ihr hier.

Boulderhalle Bergwerk in der Übersicht
Boulderhalle Bergwerk in der Übersicht

Der Boulderbereich

Im Bergwerk Dortmund gibt es genau genommen zwei Boulderbereiche: Einen alten Bereich mit rund 500 Quadratmetern Wandfläche. Hier findet jetzt das Kinderbouldern statt. Daneben gibt es einen modernen Boulderbereich im Nebengebäude mit rund 1.600 Quadratmetern Boulderfläche – die Betreiber behaupten, das sei Spitze in der Region. Die Halle ist definitiv größer als die in Essen, Hattingen oder Düsseldorf. Höchstens das Kölner Stuntwerk kann hier mithalten.

Im Boulderbereich habt ihr die Wahl zwischen zehn (!) unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Das sind nach meinem Geschmack zu viele Nuancen – vor allem da aus meiner Sicht sieben der zehn Bouldergrade im Bereich einfach bis mittelschwer anzusiedeln sind. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil für Einsteiger und Einsteigerinnen. Eine Boulderhalle für Kletterprofis ist das Bergwerk eher nicht. So fehlt auch eine Wettkampfwand, an der ihr richtig Gas geben könnt.

Orange Routen gehören im Bergwerk zu den mittelschweren
Orange Routen gehören im Bergwerk zu den mittelschweren

Trotz aller Kritik am Schwierigkeitssystem: Das Routesetting gefällt mir. Die Boulder sind sehr abwechslungsreich. Das heißt, mal Boulder mit fiesen Slopern, mal Boulder nur für zwei oder drei Finger, mal Boulder mit Zangen und so weiter. Die Streckenlängen gehen von wenigen Bouldern bis Streckenlängen im Überhang von mehr als fünf Metern. Da die Halle relativ neu ist, sind alle Farben der Boulder gut zu erkennen und haben perfekten Grip. Auch die Wandfläche selbst ist angeraut und kann somit unterstützend mit den Füßen eingesetzt werden.

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Blaue Routen sind einen Schwierigkeitsgrad unter den orangenen

 

Die große Vielfalt an Bouldern zahlt sich nach meiner Erfahrung vor allem für Menschen aus, die noch nicht so lange bouldern und an Überhängen schnell ermüden. Da das Bergwerk sehr viele unterschiedliche, einfach, Boulder bietet, können Anfänger immer wieder aufs Neue an neuen Routen ihr Glück versuchen.

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Die schwarze Route hier im Bild ist als schwierig anzusehen. Nunja.

 

Der Eintrittspreis

Beim Eintrittspreis schwanke ich zwischen „das ist aber günstig“ und „das ist schon etwas übertrieben“. Wenn ihr keine Studenten seid, dann werden an der Kasse zwölf Euro fällig – egal wie lange ihr bouldern wollt. Im Eintrittspreis sind eine Menge Leistungen enthalten: Nutzung der Kletterhalle, Nutzung der Boulderhalle und Terrasse sowie Eintritt zur Sauna. Wenn ihr also einen Bouldertag mit anschließendem Saunagang macht, dann sind zwölf Euro günstig. Wenn ihr aber nur mal fix für zwei Stunden bouldern wollt, dann sind zwölf Euro ganz schön happig. Aus meiner Sicht könnten die Betreiber hier Stundenkarten einführen. Achso: als Studenten spart ihr einen Euro beim Eintritt. Ohne Worte.

Bei günstigeren Preisen freut sich der Chalkbag
Bei günstigeren Preisen freut sich der Chalkbag

Die Ausstattung

In der Kletterhalle Bergwerk gibt es eigentlich alles, was wir zum Bouldern brauchen und noch viel mehr. Fangen wir damit an, dass die Boulderhalle neben extrem viel Wandfläche über ein neues Campusboard und über drei richtig gemütliche Sofas verfügt. Genug Platz zum Chillen und Vespern. Weiterhin gibt es ausreichend Platz, um Taschen in einem Regal abzustellen und der Boulderbereich verfügt über eine Toilette mit Waschgelegenheit. Das erspart den weiten Gang zu den Sanitäranlagen in der Kletterhalle nebenan.

Riesige Sofas auf dem Top sind der Clou
Riesige Sofas auf dem Top sind der Clou

Bei schönem Wetter könnt ihr auch die große Sonnenterrasse direkt neben der Boulderhalle nutzen und Euren Kaffee schlürfen. Hier allerdings komme ich auch zu einem Punkt, der mir aufstößt. Der Kaffee ist leider im Vergleich zu anderen Hallen weniger lecker. Aus irgendeinem Grund gießen die Mitarbeiter an der Bar vorgebrühten (Filter?-) Kaffee in die Tassen. Für mich leider ein großes Manko, weil ich gerne einen guten Kaffee trinke zwischen dem Training. Das gibt mir neue Kraft.

Die Atmosphäre

Die Atmosphäre ist einer der Gründe, warum mir das Bergwerk so gefällt. Erstens gibt es diese riesigen, extrem chilligen, Sofas. Zweitens ist es sehr sauber. Drittens gibt es sowohl im Dach der Halle als auch an den Wänden genug Glas, damit Tageslicht in die Halle kommt. Spontan fällt mir keine andere Boulderhalle mit so viel Tageslicht ein. Mir ist Licht wichtig, da ich auch Hallen kennengelernt habe, wo ich Boulderfarben wegen schlechter Lichtverhältnisse kaum noch unterscheiden konnte. Außerdem ist die Halle durch ihre Weitläufigkeit angenehm hell und das nervige (sorry, mich nervt es …) Kindergeschrei am Wochenende findet im getrennten Kinder-Boulderbereich in der Kletterhalle nebenan statt. Wer von Euch schon mal im Düsseldorfer Monkeyspot einen Sonntagnachmittag verbracht hat, der weiß, was ich mit nervigem Kindergeschrei meine.

Ich liebe diese Sofas
Ich liebe diese Sofas

Im Allgemeinen schätze ich an der Boulderhalle im Bergwerk, dass der Boulderbereich abgetrennt in einem Nebengebäude liegt und sich somit nicht massenweise Schaulustiger dorthin verirrt. Andererseits ist es von Nachteil, dass der Barbereich natürlich in der Kletterhalle liegt und ihr damit nicht mit dem Kaffee in der Hand anderen Sportlern beim Bouldern zusehen könnt. Weiterhin schätze ich den großzügigen Umkleidebereich und die weiträumigen wie sauberen Duschen. Das ist nicht überall so.

bergwerk dortmund 9

Mein Fazit zur Boulderhalle im Bergwerk Dortmund

Der Vorteil ist die Größe und die schiere Menge an Bouldern in der Halle plus eine ungestörte Atmosphäre. Der Nachteil sind der Preis und schlechte Kaffee. Insgesamt gehört das Bergwerk neben dem Düsseldorfer Monkeyspot und dem Kölner Stuntwerk sicher zu den schönsten Hallen, die Nordrhein-Westfalen zu bieten hat. Ein Besuch lohnt sich an einem ausgedehnten Sonntagnachmittag auf jeden Fall.

bergwerk dortmund 5Wichtiges & Co

Webseite: http://www.kletterhalle-bergwerk.de/

Adresse: Emscherallee 33, 44369 Dortmund

Telefon: 0231 – 13 56 635

Öffnungszeiten: Mo-Fr von 12 bis 23 Uhr | Sa & So von 10 bis 22 Uhr

Eintritt: 12 Euro

 

 

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9 Gedanken zu “Erfahrungsbericht Boulderhalle Bergwerk Dortmund

  1. Ansich eine gute Beschreibung, allerdings eine Anmerkung: ich wurde bisher bis auf einmal immer gefragt, welchen Kaffee ich möchte. Für ein paar Cent mehr gibt es nämlich einen wirklich guten Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen aus der giftgrünen Teufelsmaschine. Wenn das nächste mal keiner fragt, einfach selbst was sagen.

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  2. Die Kaffekritik ist leider ein missverständniss! Der Kaffee ist der hammer und schmeckt richtig gut. Man muss nur den richtigen bestellen 😀

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  3. Also von abwechslungsreichen Routen oder gar „Problemen“ kann man im Bergwerk denke ich wirklich nicht sprechen. Die meisten Routen sind doch relativ wenig herausfordernd für Technik, Koordinaten oder Gehirn. Alles mehr oder weniger voraussehbar und Kraft ist leider meistens allein der limitierende Faktor. Der Größenvergleich mit dem Stuntwerk in Köln trifft zu, in allen anderen Bereichen (Atmosphäre, Qualität, Preise…) ist das Stuntwerk dem Bergwerk Meilen voraus. 12€!!! Und die Sauna ist erst ab 18h inkl.-das geht garnicht. Ein Nachmittagstarif wäre angebracht, ansonsten trübt das die Stimmung doch enorm. Aber Hauptsache die Duschen sind besser als in jedem Spa. Ich hoffe, es gibt bald mal wieder eine Alternative zum Bouldern in Dortmund.

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    1. Danke für dein Feedback. Ich bin auch deiner Meinung, dass im Bergwerk nur alleine fürs Bouldern ohne Sauna der Preis etwas gesenkt werden könnte. In Wattenscheid macht ja dieses Jahr eine neue Halle auf, vielleicht ja eine Alternative für dich.

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  4. als wir da waren, stellte sich uns die Frage ob wir zuerst an einer Staublunge oder an einem absturz sterben:-)
    ersters wahrscheinlischer….
    Da war mehr Kreide in der Luft als sauerstoff, und für den eintrittspreis, könnte man da eine winzigkleine Lüftungsanlage reinbauen..

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    1. Hallo AR, das klingt ja nach einer schlechten Erfahrung. Am besten Du wendest Dich direkt an die Betreiber. Ich persönlich hatte bei meinen letzten Besuchen kein Problem mit der Luft, da finde ich andere Hallen schlimmer.

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