Die richtige Fußtechnik beim Bouldern

In den vergangenen Wochen füllen sich die Boulderhallen mit immer neuen, neugierigen Menschen, die das Bouldern durch Medienberichte für sich entdecken. Leider ist die Einweisung der Anfänger in den Boulderhallen oft nur mangelhaft. Das führt dazu, dass immer häufiger grobe Fehler beim Klettern zu sehen sind. Ein Beispiel ist die Fußtechnik. Ein falscher Tritt kann weh tun! Aus dem Grund habe ich mir mal die Mühe gemacht und den aus meiner Sicht häufigsten Fehler nachgestellt.

Die meisten Anfänger tänzeln nicht über die Fußtritte sondern treten mit dem Fußspann. Das erhöht die Verletzungsgefahr. Ein Boulder sollte nie mit dem Fußspann getreten werden. Das folgende Foto zeigt den Fehler.

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Falsch: Fußtritt mit dem Fußspann.

Wie ihr auf dem Foto seht, sieht der Tritt rutschig aus – und das ist er auch. Da beim Bouldern viele Bewegungen aus den Beinen heraus geschehen, ist ein sicherer und fester Tritt wichtig. Der Fußspann leistet keinen festen Tritt und gibt dem Kletterer auch kein Gefühl von der Wand.

Einen sicheren Tritt findet ihr vor allem unter Euren Zehen. Das heißt, tretet die Fußtritte an der Wand mit der Spitze des Boulderschuhs – nicht umsonst sind die Schuhe an ihrer Spitze besonders zugespitzt und verstärkt. Das gibt Euch Klettergefühl und vor allem Sicherheit.

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Richtig: Fußtritt mit den Zehenspitzen.

Mehr gute Infos rund um die richtige Fußtechnik findet ihr auch auf der Webseite von klettern.de.

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Erfahrungsbericht zur Boulderhalle Citymonkey in Essen

Momentan bin ich wieder öfter in der Essener Boulderhalle Citymonkey unterwegs. Meistens reicht es mir einmal die Woche im Citymonkey vorbeizuschauen, weil die Halle zwar sympathisch aber nicht besonders groß ist. Das Citymonkey ist die mit Abstand älteste Boulderhalle, die ich kenne – und das sieht man ihr auch an. Alle verwöhnten Lifestyle-Boulderer aus Dortmund oder Düsseldorf finden das Citymonkey vielleicht an der ein oder anderen Stelle unbequem und dreckig. Ich persönlich mag es trotzdem, weil es seinen ganz eigenen Charme hat.

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Das Citymonkey im Jahr 2015

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Deutscher Bouldercup Köln 2015

Am 14. März 2015 fand im Kölner Stuntwerk der Deutsche Bouldercup 2015 statt – und ich war nicht dabei. Aber immerhin gibt es jetzt Fotos auf Facebook und das Video aus dem Livestream in voller Länge (2:18 Stunden) auf YouTube.

Wer von Euch unendlich viel Langeweile hat, der kann sich gerne das über zweistündige Video auf YouTube reinziehen, das Klettermafia hochgeladen haben.

Bei Zeitmangel springt am besten zu Problem 4 und schaut Euch die Finalpaarung Jan Hojer/ Juliane Wurm an.

Viel Spaß!

Ein Buildering-Klassiker: Der Monkeyman

Fast drei Millionen Views auf YouTube und mehr als eine halbe Million Shares auf Facebook: Der sogenannte Monkeyman gehört zu den Kletter-Klassikern im Internet. Das rund zweiminütige Video zeigt einen Kletterfreak, der am 30. Juli 2009 in der indischen Stadt Chitradurga eine alte Mauer wie ein Menschenaffe hochspringt – und dabei mehrmals abzustürzen droht. Einfach ein Buildering-Wahnsinn!

Der Monkeyman hat hundertprozentiges Vertrauen in seine Klettermoves. Und das bei gut zehn Metern Höhe. Da könnte ich mir eine Scheibe abschneiden. Zehn Meter Höhe mit Seil am nackten Fels finde ich schon nicht ohne. Aber es muss nicht immer hoch hinaus sein: Beim Buildering könnt ihr auch in wenigen Metern Höhe bereits Gebäude oder Gegenstände im öffentlichen Raum erklettern. Ich habe es bisher nicht ausprobiert. Aber die Zeit wird kommen! Mehr Informationen zum Thema Buildering gibt es auf der Webseite von Udo Neumann oder natürlich gibt es auf YouTube tolle Inspirationen.

Habt ihr das Buildering bereits ausprobiert? Und wenn ja, wo?

Meine Erfahrungen mit dem Kletterschuh Red Chili Spirit

Die Auswahl des perfekten Boulderschuhs ist schwerer als die Auswahl eines perfekt sitzenden Anzugs – das ist jedenfalls meine Erfahrung mit dem letzten Schuhkauf. Nach wochenlanger Suche habe ich mir vor rund zwei Monaten die Red Chili Spirit Lady Velcro zugelegt – ein Kletterschuh für Frauen als Mann! Meine Erfahrungen teile ich hier mit Euch.

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Meine Red Chili Spirit Lady VCR – ungeputzt und ungeschönt

Warum trage ich als Mann eigentlich einen Damenschuh beim Bouldern? Die Antwort ist ganz einfach: weil er mir perfekt passt. Der Schuh ist schmaler als der Herrenschuh Red Chili Spirit VCR und passt sich somit besser an meine eher schmalen Füße in Größe 41 an. Beim gleichen Modell für Herren hatte ich immer wieder das Problem, dass die Velcros am Spann nicht weit genug zu gingen und somit immer Spiel zwischen Schuh und Spann war. Eigentlich hatte ich mir für den Schuhkauf ein Limit von 90 Euro gesetzt, was ich natürlich vergessen konnte. Für die Red Chili Spirit Lady VCR habe ich 109,95 Euro bezahlt – ein hoher Preis. Bei Amazon bekommt ihr den Schuh jetzt aber bereits ab 106,86 Euro!

Red Chili Spirit Lady VCR Größe UK 6,5 gelb – blau

Aus meiner Sicht zu hoch für die gebotene Qualität.

Red Chili Spirit Lady VCR
Die Schuhe von oben – drei Velcros von links nach rechts sorgen für den richtigen Halt.

Die Schuhe habe ich zu guter Letzt im stationären Fachhandel – bei Sack & Pack in Düsseldorf – gekauft. Zuvor habe ich zwei Paar Schuhe im Onlineshop von Bergfreunde.de bestellt. Die Modelle haben mir weder von der Passform als auch von der Größe her gepasst, also ging es per Post zurück. Danach habe ich alle Sportläden in Essen abgelaufen: Bei SportScheck gibt es nur ein beschränktes Angebot an Kletterschuhen, die auch eher zum Toprope-Klettern geeignet sind und keinerlei Spann haben. Danach ging es zu Decathlon, die sowohl ihre Eigenmarke Simond als auch La Sportiva führen. Aber auch hier ist die Auswahl an Modellen eher gering und bis auf La Sportiva ist das Material auch eher für Anfänger geeignet. Mein Weg führte mich weiter in den Kletterladen Albatros Essen, die ebenfalls keine geeignete Auswahl an Boulderschuhen haben.

Was für Ansprüche hatte ich an die Schuhe? Jeder Schuh ist anders, genau wie jeder Fuß. Für mich persönlich sollte es ein Schuh sein, der es mir erlaubt auch auf kleinen Tritten einen guten Halt in den Zehen zu finden. Zudem sollte der Schuh eng anliegen aber nicht schmerzen. Einen Slipper und einen Schnürschuh habe ich bereits vorher ausgeschlossen. Ein Velcro sollte es sein, aber idealerweise einer mit Klettverschlüssen in gegenläufige Richtung für den perfekten Halt. Außerdem hatte ich mir ein Limit von 90 Euro gesetzt. Das Material des Schuhs sollte für mich mit viel Gummierung umgeben sein, um beim Toe Hook keine Schmerzen zu haben und nicht abzurutschen. Was auf jeden Fall klar ist: Der Red Chili Spirit ist kein High Performance Kletterschuh. Der Schuh eignet sich eher für Einsteiger und Kletterer, die länger dabei sind aber einen bequemen Schuh suchen.

Wie schlägt sich der Red Chili Spirit Lady VCR im Boulderalltag? Ich habe den Schuh nun rund 15 Mal getragen seit dem Kauf. Mein Fazit: Die Sohle ist perfekt, denn sie liefert genügend Grip auf kleinen Tritten und hat einen vergleichsweise Spitzen Vorderfuß. Auch das Hooken läuft super und der Schuh sitzt eng an. Ebenfalls positiv finde ich, dass der Schuh kaum stinkt. Die beiden größten Mankos sind dagegen: Nach rund eineinhalb Stunden Tragezeit fühlt sich mein großer Zeh eingequetscht und ich muss die Schuhe erstmal für ein paar Minuten ausziehen. Ein weiterer Nachteil – und den beobachte ich gerade mit Argusaugen – ist, dass sich bereits nach 15 Mal tragen an zwei Stellen die Gummisohle vom Ledermaterial löst. Noch sind es kleine Stellen, aber die Verarbeitung war hier bei meinen alten Elliot-Schuhen um Längen besser. Bei der Preisklasse des Red Chili sollte man eigentlich von einer guten Verarbeitung ausgehen.

Was sind die Schwachpunkte des Red Chili Spirit Lady VCR? An dem Schuh habe ich wenig auszusetzen, außer dass durch Heelhooks sich die Gummisohle relativ schnell abgelöst hat und dadurch einerseits unschöne Ecken abstanden und ich andererseits natürlich keinen sicheren Halt beim Hooken mehr habe. Hier sind die Schuhe wirklich mies verarbeitet. Auch an den Klettverschlüssen hingen relativ schnell kleine schwarze Fäden runter, die ich immer wieder abschneiden musste.

Hier noch ein paar Adressen, wo ihr den Schuh bestellen könnt:

Globetrotter

Bergzeit.de

SportScheck

Zudem gibt es hier eine tolle Seite für Tipps rund um Kletterschuhe. Kletterschuhe-finder.de. Und ihr könnt natürlich auch meinen Erfahrungsbericht zum Kletterschuh Simond Vuarde Tech von Decathlon nachlesen.

Training am Campusboard

Das Training am Campusboard beschäftigt mich momentan sehr. Nach jeder Bouldersession verbringe ich mindestens 20 Minuten am Campusboard. Ein Hangboard oder Fingerboard gibt es dagegen in den von mir besuchten Boulderhallen leider nicht. Das Foto hier zeigt eines von vielen Campusboards – allerdings ohne Neigungswinkel.

Jeden z lepszych campusów na jakich miałem okazję trenować. Dobra robota Scout! 🙂

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Das Campusboard hilft mir persönlich sehr, die Kraft in Oberarm, Schulter und in den Fingern zu stärken. Meistens versuche ich nach dem Bouldern mehrere Übungen am Campusboard zu machen. Meistens starte ich damit an abgerundeten Leisten einmal von unten nach oben mit geringem Leistenabstand zu klettern und dann von oben wieder nach unten. Danach mache ich erstmal fünf Minuten Lockerungspause – vielleicht etwas Yoga. Dann probiere ich die gleiche Übung noch einmal an den etwas positiveren Leisten, wieder einmal bis nach oben und wieder runter. Wenn dann nach einer kurzen Pause die Kraft noch reicht wiederhole ich eine der Übungen. Wenn die Kraft nachlässt, dann versuche ich mich so lange wie möglich an den abgerundeten Leisten hängen zu lassen. Dann wieder kurz Pause und wieder hängen – bis es nicht mehr geht.

Eine super Einführung in das Training am Campusboard gibt der YouTube-Channel kletterkanal.

Nach meiner Erfahrung bringt das Campusboard bereits nach gut fünf Trainingsphasen spürbaren Erfolg beim Bouldern von Routen mit Slopern oder Bouldern, die die Fingerkuppen beanspruchen.

Eine gute Anregung bietet auch das Video von Jan Hojers Trainingsalltag – auch wenn das für Nicht-Profi-Boulderer ein utopisches Niveau ist.

Am besten ihr probiert es selbst aus. Ich werde hier im Blog auf jeden Fall von meinem Trainingsfortschritt berichten. Bis dahin!

 

Speed-Bouldern – ein neuer Trend?

Auf der Facebook-Seite von Sierra Blair-Coyle habe ich ein tolles Video entdeckt zum Thema Speed-Bouldern. Ist das ein neuer Trend? Vielleicht ja schon. Nach meinem Gefühl geht die Entwicklung in den modernen Boulderhallen weg vom statischen Bouldern hin zum dynamischen Bouldern. Hierbei nutzt man den Schwung des Körpers, um in einem Fluß an der Wand lange Distanzen zu überbrücken. Das ist vor allem für nicht besonders große Boulderer ein Vorteil – also auch für mich. Eine tolle Entwicklung, zu der sicher etwas Mut und Angstlosigkeit gehört, die aber sicher ein Trend im Boulderbereich ist.